Körnerwoche · Einundzwanzig Jahre

Theodor Körner, 1791 bis 1813

Werke · Alle Stationen · Häufige Fragen · Quellen

Theodor Körner wurde am 30. September 1791 in Dresden geboren. Sein Vater Christian Gottfried Körner (1756 bis 1831) war Appellationsgerichtsrat in Dresden und ein Freund Friedrich Schillers, den er förderte und zeitweise im eigenen Haus beherbergte. Die drei Jahre ältere Schwester Emma Körner (1788 bis 1815) war Malerin. Von ihr stammt das bekannte letzte Bildnis des Bruders, gemalt im April 1813.

In Nachschlagewerken steht er auch als Carl oder Karl Theodor Körner. Der österreichische Bundespräsident Theodor Körner (1873 bis 1957) ist eine andere Person.

Freiberg

Zur Schule ging er kaum. Die Dresdner Kreuzschule besuchte er nur kurze Zeit, unterrichtet wurde er überwiegend von Privatlehrern. Vom 10. Juni 1808 bis zum 28. Juni 1810 studierte er an der Bergakademie Freiberg Bergbau und Mineralogie. Abraham Gottlob Werner und Wilhelm August Lampadius förderten ihn. Im Sommer 1809 unternahm er eine Studienreise in die Oberlausitz und die schlesischen Gebirge. 1810 erschien sein erster Gedichtband „Knospen“ bei Göschen in Leipzig. Er war achtzehn.

Leipzig

In Leipzig ging es schief. Im August 1810 bezog er die Universität. Nach Händeln mit einer Gesellschaft adliger Studenten und einem verbotenen Duell floh er am 23. März 1811 heimlich aus der Stadt. Am 19. Juni 1811 sprach die Universität die Relegation aus, sie wurde auch an anderen Universitäten bekanntgemacht. Noch im selben Jahr ging er nach Wien. Die Sächsische Biografie datiert den Aufbruch auf Ende August 1811, die Neue Deutsche Biographie auf den Spätherbst.

Wien

In Wien schrieb er in anderthalb Jahren ein ganzes Werk. Am 8. Januar 1812 war das Knittelversstück „Der Nachtwächter“ fertig, Ende Januar das Drama „Toni“ nach Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“, Mitte Februar das Trauerspiel „Die Sühne“. Sein umfangreichstes Stück „Zriny“ beschäftigte ihn von März bis Juni 1812 und brachte ihm Ende des Jahres den Durchbruch. Sein Libretto „Der vierjährige Posten“ erfuhr später mindestens 21 Vertonungen, eine davon 1815 von Franz Schubert. Seit dem Sommer 1812 war er mit der Schauspielerin Antonie Adamberger verlobt, im August führte er seine Braut den nach Wien gereisten Eltern zu. Am 9. Januar 1813 unterschrieb er den Vertrag als Hoftheaterdichter, das Jahresgehalt betrug 1.500 Gulden Wiener Währung. Er war einundzwanzig und hatte alles, wonach andere sich ein Leben lang strecken.

Der Brief

Am 10. März 1813 teilte er dem Vater brieflich mit, dass er Stellung und Braut aufgibt und in den Krieg zieht. Nichts zwang ihn dazu. Als geborener Sachse und österreichischer Hofbeamter war er dem preußischen Kriegsdienst nicht verpflichtet. Am 18. August 1813 stand sein Name in den Dresdener Anzeigen unter 171 jungen Burschen, die der Rat zu Dresden unter Strafandrohung zur Erfüllung ihrer Militärpflicht aufrief. Gemeint war damit der Dienst unter Napoleon. Da kämpfte er längst auf der anderen Seite. Mitte März war er in Breslau als Jäger zu Fuß in das Lützowsche Freikorps eingetreten, die Sächsische Biografie nennt den 19. März 1813. Am 24. April 1813 wurde er in Leipzig zum Offizier befördert. Auf denselben Tag datiert die Überlieferung das auf dem Schneckenberg entstandene Lied „Lützows wilde Jagd“. Ende Mai wechselte er als Adjutant des Majors von Lützow zur Reiterei.

Kitzen und Rosenow

Am 17. Juni 1813 wurde das Freikorps bei Kitzen überfallen. Der Waffenstillstand war am 4. Juni geschlossen worden, Lützow erfuhr erst am 9. Juni davon. Körner wurde durch Säbelhiebe am Kopf schwer verwundet. Er schleppte sich in ein Gehölz, Bauern fanden ihn nach einer Nacht. In Leipzig-Großzschocher wurde er versteckt und gepflegt. Sein Sonett „Abschied vom Leben“ trägt im Druck die Überschrift, er habe in der Nacht vom 17. auf den 18. Juni schwer verwundet und hülflos in einem Holze gelegen und zu sterben gemeint. Ob er es dort geschrieben hat, ist nicht belegt. Am 26. August 1813 überfielen die Lützower im Forst Rosenow zwischen Gadebusch und Schwerin eine französische Nachschubkolonne. Dabei traf ihn eine Kugel tödlich. Einzelheiten des Hergangs sind bis heute umstritten. Er starb wenige Wochen vor seinem 22. Geburtstag. Am 27. August 1813 begruben ihn Kameraden in Wöbbelin.

Werke

Körner schrieb in wenigen Jahren Gedichte und Stücke für die Bühne. Die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin zählen 249 Gedichte und 17 dramatische Werke. Hier folgen seine bekanntesten Titel.

„Knospen“, 1810

Sein erster Gedichtband.

„Toni“, 1812

Ein Drama in drei Aufzügen nach Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“. Anders als die Vorlage geht es glücklich aus.

„Zriny“, 1812

Ein Trauerspiel über Nikolaus Zrinyi, der 1566 die Festung Szigetvár gegen ein osmanisches Heer verteidigte. Die Uraufführung am 30. Dezember 1812 in Wien machte Körner als Theaterdichter bekannt.

„Der vierjährige Posten“

Ein Singspiel, das Franz Schubert 1815 vertonte. Auch viele andere Komponisten schrieben Musik auf diesen Text.

„Hans Heilings Felsen“

Eine Sagenerzählung. Die Neue Deutsche Biographie hält sie für seine einzige bemerkenswerte Prosa.

„Zwölf freie deutsche Gedichte“, 1813

Im April 1813 gab Körner in Leipzig seinem Freund Kunze elf Lieder. „Lützows wilde Jagd“ kam als zwölftes dazu, die Überlieferung datiert es auf den 24. April. Kunze konnte den Band erst nach der Völkerschlacht bei Leipzig herausbringen.

„Lützows wilde Jagd“, 1813

Das Lied beginnt mit der Frage „Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein?“. In der Vertonung Carl Maria von Webers wurde es später eines der populärsten Lieder aus der Zeit der Befreiungskriege.

„Gebet während der Schlacht“, 1813

Das Gedicht beginnt mit „Vater, ich rufe dich!“. Carl Maria von Weber und Franz Schubert haben es vertont.

„Abschied vom Leben“, 1813

Die Überschrift des Sonetts nennt die Nacht vom 17. auf den 18. Juni 1813, in der er nach dem Überfall bei Kitzen schwer verwundet in einem Wald lag. Die Zeile „Hier steh ich an den Marken meiner Tage“ steht auf dem Grabstein Marlene Dietrichs in Berlin-Friedenau.

„Männer und Buben“, 1813

Das Lied beginnt mit „Das Volk steht auf, der Sturm bricht los“. Die Gedenkstätte Wöbbelin datiert es auf den 17. August 1813. Der Vater nahm es 1814 in den Nachtrag zu „Leyer und Schwerdt“ auf.

„Schwertlied“, 1813

Das Lied beginnt mit „Du Schwert an meiner Linken“. Im Druck steht darüber, es sei wenige Stunden vor dem Tod des Verfassers gedichtet. Die Sächsische Biografie berichtet, Körner habe es am Abend vor seinem Tod in Gottesgabe vorgetragen. Die Gedenkstätte Wöbbelin datiert es auf den 24. August 1813.

„Leyer und Schwerdt“, 1814

Nach seinem Tod gab der Vater bei Nicolai in Berlin einen Band mit vorwiegend politischen Gedichten heraus. Bis 1819 erschien der Band in fünf Auflagen. Darin stehen unter anderem „Lützows wilde Jagd“, „Lied der schwarzen Jäger“, „Jägerlied“, „Moskau“, „Abschied vom Leben“ und „Was uns bleibt“. Mehrere dieser Gedichte hat Die Fiedel für die Körnerwoche vertont. Du kannst sie auf der Startseite hören.

Alle Stationen

  1. 1791

    Geburt in Dresden

    Am 30. September. Der Vater ist Appellationsgerichtsrat und ein Freund Schillers.

  2. 1808 bis 1810

    Bergakademie Freiberg

    Vom 10. Juni 1808 bis zum 28. Juni 1810 studiert er Bergbau und Mineralogie. Abraham Gottlob Werner und Wilhelm August Lampadius fördern ihn.

  3. 1810

    Der erste Gedichtband

    „Knospen“ erscheint bei Göschen in Leipzig. Körner ist achtzehn Jahre alt. Im August bezieht er die Leipziger Universität.

  4. 1811

    Raus aus Leipzig, rein nach Wien

    Nach Händeln mit adligen Studenten und einem verbotenen Duell flieht er am 23. März heimlich aus der Stadt. Am 19. Juni spricht die Universität die Relegation aus.

  5. 1812

    Durchbruch und Verlobung

    Mit dem Trauerspiel „Zriny“ gelingt Ende des Jahres der Durchbruch. Seit dem Sommer ist er mit der Schauspielerin Antonie Adamberger verlobt.

  6. Januar 1813

    Feste Stelle in Wien

    Am 9. Januar unterschreibt er den Vertrag als Hoftheaterdichter. Das Jahresgehalt beträgt 1.500 Gulden Wiener Währung.

  7. März 1813

    Der Brief und der Abschied

    Am 10. März schreibt er dem Vater, dass er Stellung und Braut aufgibt. Mitte März tritt er in Breslau in das Lützowsche Freikorps ein. Am 24. April wird er in Leipzig zum Offizier befördert.

  8. 17. Juni 1813

    Kitzen

    Beim Überfall auf das Freikorps wird er durch Säbelhiebe am Kopf schwer verwundet. Bauern finden ihn nach einer Nacht. In Leipzig-Großzschocher wird er versteckt und gepflegt.

  9. 26. August 1813

    Rosenow und Wöbbelin

    Beim Überfall der Lützower auf eine französische Nachschubkolonne im Forst Rosenow zwischen Gadebusch und Schwerin trifft ihn eine Kugel tödlich. Einzelheiten sind nicht sicher überliefert. Am 27. August wird er in Wöbbelin bestattet. 1814 gibt der Vater „Leyer und Schwerdt“ heraus.

Häufige Fragen

Wann und wo wurde Theodor Körner geboren?

Am 30. September 1791 in Dresden.

Wie ist Theodor Körner gestorben?

Er fiel am 26. August 1813 im Forst Rosenow zwischen Gadebusch und Schwerin. Die Lützower überfielen dort eine französische Nachschubkolonne, dabei traf ihn eine Kugel. Die Einzelheiten des Hergangs sind nicht sicher überliefert.

Wo ist Theodor Körner begraben?

In Wöbbelin bei Ludwigslust. Kameraden begruben ihn am 27. August 1813 unter einer Eiche, später wurde der Ort zur Grabstätte der ganzen Familie. Heute erinnern dort die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin an Körner und an die Opfer des KZ Wöbbelin.

Welche Werke Theodor Körners sind am bekanntesten?

Vor allem seine Lieder aus dem Jahr 1813, darunter „Lützows wilde Jagd“. Der Vater nahm sie 1814 in den Band „Leyer und Schwerdt“ auf. Auf der Bühne gelang ihm mit dem Trauerspiel „Zriny“ der Durchbruch. Mehr dazu steht unter Werke.

Was war das Lützowsche Freikorps?

Eine Freiwilligentruppe der preußischen Armee unter Major Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow. Sie kämpfte 1813 gegen die napoleonischen Truppen, oft mit Streifzügen im Hinterland des Gegners. Körner trat im März 1813 in Breslau ein und wurde Ende Mai Lützows Adjutant.

Stammt „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten“ von Körner?

Nein. Die Verse stehen in ähnlichem Wortlaut im Gedicht „Anklage“ einer rechtsextremen Autorin. Das hat CORRECTIV 2022 in einem Faktencheck belegt.

Quellen

Normdaten: GND 118713507 · Wikidata Q62344

Belegte Zitate und ein Faktencheck zu Falschzuschreibungen schicken wir auf Anfrage an theodor@körner-woche.de. Stand dieser Seite: 14. September 2026.

Auf der Startseite: der Film über Theodor Körners Leben und seine Gedichte als Lieder von Die Fiedel.

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